Die Unzerstörbaren: Warum Leipzig und Weißenfels einfach nicht sterben wollen
- Jonas Henschler

- 4. Mai
- 3 Min. Lesezeit

Wer hat gespielt?
(5/5) MFBC Leipzig vs. SC DHfK Leipzig – 7:6
(5/5) UHC Sparkasse Weißenfels vs. ETV Piranhhas Hamburg – 7:6 n.PS
Sie wollte keiner. Und doch stehen sie wieder da, die beiden Titans des deutschen Floorballs. Der UHC Sparkasse Weißenfels und der MFBC Leipzig haben sich durch ein halbes Playoff-Drama gekämpft, das uns gezeigt hat: Diese beiden Teams haben etwas, das man nicht kaufen kann. Nennen wir es Final-DNA.
Aber der Weg? Holprig! So holprig war der Finaleinzug für beide schon lange nicht mehr.
Das Leipzig-Derby: 5:1 geführt, “fast” verloren, dann der größte Charakter
„Und sie sind wieder da!“ So lautete die Ansage nach Spiel 5 im Duell zwischen dem SC DHfK Leipzig und dem MFBC Leipzig.
Die Hausaufgabe war klar: Ein Spiel, alles oder nichts. Und der DHfK begann, als hätte er die Lösung für alle Floorball-Fragen dieser Welt. Souverän spielte sich der Aufsteiger durch die erste Hälfte der Partie, traf nach und nach und feierte sich dabei fast schon zu siegessicher. Nach dem zweiten Drittel stand ein unfassbares 5:1 für den DHfK auf der Anzeigetafel. Die Sensation war zum Greifen nah.
Dann kippte die Partie.
Das Tor-Festival des MFBC startete. Der Knoten war geplatzt. Allen voran: Trützschler im Doppelpack, wahrscheinlich der nötige Motivationsschub für Leipzig, plötzlich roch es nach Derby-Wahnsinn. Das war der Hoffnungsschimmer, den die Leipziger brauchten, um endlich wieder aufzuatmen. Und wie schnell es im Floorball gehen kann, Tore zu schießen, wurde hier auf schmerzhafte Weise für die DHfK-Fans demonstriert.
6:6 – der Ausgleich. Und dann war es Paul Kretzschmar, der das 7:6 erzielte. Danach musste der MFBC Leipzig das Spiel nur noch runterspielen.
Eine aufregende Saison endet für den SC DHfK Leipzig mit einer sehr ansehnlichen Finalserie.
Weißenfels vs. Hamburg
Und dann das andere Halbfinale. Weißenfels gegen Hamburg. Nachdem die letzten beiden Spiele klar an die ETV Piranhas gegangen waren, stand Weißenfels mächtig unter Zugzwang. Die Frage: Schaffen sie es, das Zepter wieder an sich zu reißen und die Hamburger nicht nur machen zu lassen?
Die Antwort nach dem ersten Drittel: Ja, aber hallo. Ein souveränes 3:1 ließ die Weißenfelser Fans träumen. Im zweiten Drittel wurde der Traum noch größer: 5:1, jetzt dachten wohl viele, die Messe sei gelesen.
Falsch gedacht.
Hamburg kam wieder, bauten ihr Spiel auf und plötzlich stand es im dritten Drittel 6:5 für Weißenfels
Dann die Szene, die das Spiel hätte kippen können: Eine unnötige Strafe von Mähönen: Spielverzögerung, weil er den Ball wegspielte, obwohl Hamburg eine Freischlag hatte. Zwei Minuten. In dieser Überzahl schlug Hamburg eiskalt zu und glich zum 6:6 aus.
Die restlichen sechseinhalb Minuten? Kein Tor. Also ab in die Verlängerung. Und weil auch die Overtime keinen Sieger bringen wollte -> Penaltyschießen.
Das Penaltyschießen war die perfekte Spiegelung der gesamten Serie: Hin und Her, mit einer kurzen Hamburger Führung.
Zwischenzeitlich stand es 2:1 für Hamburg, der Finaleinzug zum Greifen nah. Doch dann kam Hytonen und glich aus zum 2:2. Im Anschluss trafen Böttcher und Berbig für Weißenfels. Der Treffer von Dall für Hamburg brachte am Ende auch nichts mehr. Das Penaltyschießen endete 4:3 für den UHC Sparkasse Weißenfels.
Wieder im Finale. Natürlich. Es ist, als hätte dieser Verein einen Pakt mit dem Schicksal.
Das Finale, das keiner wollte.
Schauen wir zurück: Nach den ersten beiden Spielen dieser Halbfinals fühlten sich die Favoriten, MFBC Leipzig und UHC Weißenfels, vielleicht schon etwas zu siegessicher. Doch dann bekamen sie mächtig Druck von den Gegnern. Können aber dann performen, wenn es an der Zeit ist.
Und trotzdem, oder gerade deshalb, stehen am Ende die Namen da, die wir seit Jahren kennen: MFBC Leipzig und UHC Sparkasse Weißenfels.
Die Geschichte zeigt: Man muss auch dann gewinnen, wenn man schon fast verloren hat und mit dem Rücken an der Wand steht. Und das können diese beiden eben.
Foto: Matthias Kuch



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