Und da sind wir wieder! Rückblick des 1. Spieltags der 1. Herren FBL

Gefühlt war gerade noch Sommerpause und plötzlich fliegt der Ball wieder durch die deutschen Floorball-Hallen. Doch kein Problem, wir haben uns die Highlights des Wochenendes noch einmal angeschaut und liefern euch den kleinen Abriss zum Start.Am vergangenen Wochenende startete die Herren-Bundesliga in die Saison 2026/27. Nach einer wichtigen Sommerpause sind damit nicht nur die Teams, sondern auch wir wieder zurück. Neue Gesichter, alte Bekannte, erste Überraschungen und natürlich direkt wieder Verlängerungen.
Doch wie endete eigentlich der erste Spieltag?
Blau-Weiß 96 Schenefeld vs. Unihockey Igels Dresden – 4:12
MFBC Leipzig vs. Floor Fighters Chemnitz – 5:4 n.V.
SSF Dragons Bonn vs. FBC München – 12:2
Berlin Rockets vs. ETV Piranhhas Hamburg – 7:5
VfL Red Hocks Kaufering vs. SC DHfK Leipzig – 4:5
UHC Sparkasse Weißenfels vs. DJK Holzbüttgen – 8:7 n.V.
12 Tore für Dresden, 12 für Bonn, 2 Verlängerungen
Welche Spieler standen am ersten Wochenende besonders im Mittelpunkt?
Hulič gegen Schenefeld
Bei Dresden war zu erwarten, dass nach der vergangenen Saison einige tschechische Gastspieler wieder gehen würden. Gleichzeitig kommen neue hinzu und dann gibt es eben jene Spieler, die längst zum festen Inventar der Igels gehören.Einer davon ist Daniel Hulič. Mit mittlerweile 49 Jahren ist Hulič ein treuer Begleiter der Dresdner und zeigte zum Saisonauftakt, dass das Alter auf dem Spielberichtsbogen offenbar deutlich interessanter ist als auf dem Feld.Für Schenefels stand ein richtungsweisendes Spiel auf dem Plan und Dresden ließ dabei wenig anbrennen. Mit 12:4 dominierten die Igels die Partie.Hulič gehörte dabei einmal mehr zu den auffälligsten Dresdnern: drei Tore und eine Vorlage standen für ihn nach 60 Minuten zu Buche. Damit findet er sich aktuell gemeinsam mit seinem Teamkollegen Jakub Pecha auf dem dritten Platz der Scorerwertung wieder.49 Jahre. Vier Punkte. Andere sind in dem Alter froh, wenn nach dem Aufstehen nichts knackt.

Bothe gegen Chemnitz
Einen absoluten Schlagabtausch bekamen die Zuschauer in einem der Sachsen-Derbys zwischen dem MFBC Leipzig und den Floor Fighters Chemnitz geboten.Hin und her, Leipzig, Chemnitz und nach 60 Minuten stand es 4:4. Also Verlängerung.Dort schlug schließlich Mark-Oliver Bothe zu. Und zwar mit einem Abschluss, den man inzwischen durchaus in die Kategorie „Signature Move“ einsortieren darf.Bothe steht als Rechtsausleger auf der linken Seite frei, die Chemnitzer Verteidigung ist in diesem Moment nicht konsequent genug und lässt ihn tatsächlich zum Abschluss kommen. Ein grandioser Schuss, Feierabend, Wochenende.Denn einen Bothe lässt man dort eben besser nicht frei stehen…Der Ball sitzt, Leipzig gewinnt 5:4 nach Verlängerung und damit bleiben zwei Punkte beim MFBC.

Böttcher gegen Holzbüttgen
Wie der Kapitän Nils Hofferbert der DJK Holzbüttgen nach dem Spiel bereits passend sagte: „Overtime gegen euch hat jetzt schon 'ne gewisse Tradition, macht auch immer Spaß.“ Und tatsächlich: Wenn Weißenfels und Holzbüttgen aufeinandertreffen, darf man sich offenbar schon einmal darauf einstellen, etwas länger in der Halle zu bleiben.Holzbüttgen erspielte sich eine Zwei-Tore-Führung, doch Weißenfels kämpfte sich Stück für Stück zurück. Nach der regulären Spielzeit stand es 7:7. -> Verlängerung. Und dort wurde es dann richtig interessant.Gäbler zog mit einer Angriffsbewegung in den Slot der DJK. Die Aktion wurde durch einen Stockschlag unterbunden, die Konsequenz: Penalty für Weißenfels.Und dann kam T. Böttcher.Der Rekordnationalspieler legte den Ball mit bemerkenswerter Gelassenheit auf den neuen, weiter vorne positionierten Penaltypunkt.Wer jetzt auf die komplette Zorro-Zirkusnummer wartete, konnte sich allerdings entspannen. Keine wilden Verrenkungen, kein Versuch, nebenbei noch den Hallenboden zu hypnotisieren, nein auch in dieser Saison nicht. Stattdessen: präzise Basics.Ein bisschen Vorhand. Ein bisschen Rückhand. Ruhe bewahren. Und den Ball flach mit der Rückhand ins Tor befördern.8:7 nach Verlängerung. Zwei Punkte bleiben in Weißenfels.
Die Floorball-Familie hält zusammen
Bei aller sportlichen Spannung gab es an diesem Spieltag eine Geschichte, die deutlich wichtiger war als Tore, Punkte oder Tabellenplätze. Wie auch Nils Hofferbert in seiner Ansprache sagte, rückte der Floorball an diesem Tag etwas in den Hintergrund. Weißenfels hatte die Partie als Benefizspiel deklariert. In der Saison 2010/11 spielte ein finnischer Gastspieler für Weißenfels. Sein Kind verstarb infolge einer Krankheit. Die Einnahmen des Spieltags kamen der Familie zugute.Die Verbindung zur Floorball-Familie geht dabei noch weiter, Joona Heiskanen, der Patensohn des Vaters, spielt heute für die DJK Holzbüttgen, zudem ist die ehemalige Nationalspielerin Andrea Gerdes die Patentante des Kindes.
Es sind solche Momente, die zeigen, wie familiär und eng verbunden dieser Sport trotz aller Rivalität auf dem Feld ist.Wir sprechen der Familie unser herzliches Beileid aus und wünschen ihr für diese schwere Zeit viel Kraft.

Weyrauch gegen Hamburg
Wer die Transfers während der Off-Season verfolgt hat, dürfte mitbekommen haben: In den Berliner Reihen war ordentlich Bewegung. Und offensichtlich haben die Rockets wenig Lust darauf, die kommende Saison wieder gemütlich im Tabellenkeller zu verbringen.Wer das Spiel gegen Hamburg im Stream gesehen und vor allem gehört hat, kam an einem Namen jedenfalls absolut nicht vorbei: Anton Weyrauch. Und das aus gutem Grund! Der Nationalspieler war an fünf der sieben Berliner Treffer beteiligt. Weyrauch erzielte vier Tore selbst und bereitete einen weiteren Treffer vor. Diesen erzielte ausgerechnet Youngster und Neuzugang Malte Weber, der damit seinen ersten Bundesligatreffer feiern durfte.Berlin gewinnt am Ende 7:5 gegen die ETV Piranhhas Hamburg.Für Hamburg ist das direkt ein ordentlicher Dämpfer. Gerade solche Spiele in Berlin sind Partien, in denen die Piranhhas eigentlich keine Punkte liegen lassen wollen. Gleichzeitig müssen die Abgänge aus der Off-Season erst einmal verdaut werden und wir befinden uns schließlich gerade erst am Anfang der Saison.Berlin sollte man allerdings im Auge behalten. Denn wenn die Rockets diesen Kurs fortsetzen, könnte sich dort in dieser Saison eine ziemlich interessante Wundertüte verstecken.

Fotos: Christoph Pabel (Anton), Matthias Kuch (Tim), Christiane Döge (Hulič, Bothe)



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