Wie viel Spannung steckt überhaupt noch im Saison-Endspurt?
- Jonas Henschler

- 14. März
- 2 Min. Lesezeit
Wir nähern uns mit großen Schritten dem Ende der Saison und das Bild ist dabei ziemlich eindeutig: Während die reguläre Saison bei den Damen schon Geschichte ist, kratzen die Herren noch die letzten Punkte vom Hallenboden zusammen.

Die Playoff-Plätze?
Die sind im Grunde schon fast alle vergeben, der exklusive Club ist weitgehend voll. Aber unten in der Tabelle, da wird noch mit letzter Kraft gestrampelt, geschoben und gerechnet. Genau deshalb fällt unser Blick in dieser Woche auf den Tabellenkeller und dort auf ein Spiel, das nach Schweiß und Drama riecht: SC Potsdam gegen die Berlin Rockets. Potsdam kommt als Tabellenzehnter, die Berliner direkt dahinter auf Rang elf. Ganze zwei mickrige Punkte trennen die beiden Teams voneinander. Und dann schielt auch noch Schenefeld von oben herab, mit aktuell vier Punkten Vorsprung auf Potsdam.
Wie wichtig ist dieses Spiel wirklich? Kurz gesagt: Für beide Teams geht es nicht mehr um Glanz und Gloria, sondern um Schadensbegrenzung und vielleicht noch um einen kleinen, frechen Hoffnungsschimmer. Für Potsdam ist rechnerisch nämlich noch nicht alles verloren. Die Chance, den Playdowns doch noch zu entkommen, lebt. Wenn auch nur knapp. Dafür müssen die Potsdamer dieses Spiel gegen Berlin gewinnen und anschließend in Weißenfels mindestens zwei Punkte holen (ist doch eine tolle Aufgabe). Gleichzeitig darf Schenefeld keinen einzigen Punkt mehr einsammeln. Dann würde Potsdam tatsächlich noch auf Platz neun springen und wäre damit raus aus dem ganzen Playdown-Theater, ab in die Ferien. Für die Berlin Rockets sieht die Lage deutlich düsterer aus. Da deutet inzwischen alles auf die Playdowns hin. Was für sie noch drin ist: ein bisschen Tabellenkosmetik.
Wie sehen die Kader aus? Vollzählig oder wieder Impro-Theater? Auch personell war bis zuletzt Bewegung drin. In beiden Teams gab es Wechsel und kleinere Ausfälle. Beim SC Potsdam sah das vergangene Wochenende immerhin ordentlich aus: In Hamburg beziehungsweise Schenefeld hatten sie fast den gesamten Kader dabei. Das war in dieser Saison, gerade mit Blick auf die Legionäre, bekanntermaßen nicht immer selbstverständlich. Bei den Berlin Rockets sieht es etwas wackliger aus. Der ohnehin schon leicht dezimierte Kader soll nach Hörensagen noch ein paar kleinere Ausfälle verkraften müssen. Dafür soll Leon Schweiger wieder mit am Start sein, was aus Berliner Sicht definitiv keine schlechte Nachricht ist.
Wie stehen die Chancen?
Da mache ich es lieber direkt ehrlich, bevor hier jemand journalistische Neutralität erwartet: Ich bin in dieser Frage nicht ganz unvoreingenommen. Deshalb spare ich mir das große Geschwurbel und sage es, wie ich es sehe. Für mich ist das ein 60:40-Spiel zugunsten von Potsdam. Die Potsdamer haben für mich leicht die Oberhand. Aber: Die letzten Duelle waren eng. Und Berlin ist in so einem Spiel mit Derby-Charakter absolut in der Lage, noch einmal Kräfte freizusetzen, von denen man vorher nicht wusste, dass sie überhaupt noch im Tank sind. Kellerduell heißt eben nicht automatisch Gurkenspiel, manchmal heißt es einfach: volles Risiko, wenig Schönheit, maximaler Unterhaltungswert.
Warum sollte man das also nicht verpassen?
Weil genau solche Spiele den Reiz am Saisonfinale ausmachen. Oben wird verwaltet, unten wird überlebt. Und wenn zwei Teams, getrennt von gerade einmal zwei Punkten und 30 Minuten Fahrtweg, im direkten Duell aufeinandertreffen, dann braucht es keine künstliche Dramaturgie mehr. Also: nicht verpassen, um 17 Uhr geht’s los! :) Foto: T. Laube



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