top of page

MFBC Leipzig gewinnt den EFC 2026

  • wide and deep - Team
  • vor 11 Minuten
  • 4 Min. Lesezeit

Die Damen des MFBC Leipzig haben sich in Prag den EuroFloorball Cup 2026 gesichert. Nach dem zweiten Platz im vergangenen Jahr gelang den Leipzigerinnen damit der nächste Schritt auf internationaler Bühne. Über weite Strecken des Turniers präsentierte sich der deutsche Meister deutlich überlegen und unterstrich damit einmal mehr seine Ausnahmestellung im deutschen Damen Floorball. 

Dabei präsentierte sich die Mannschaft nicht nur offensiv variabel, sondern überzeugte mit einem breiten Kader, erfahrenen Führungsspielerinnen, jungen Talenten und einem bärenstarken Rückhalt im Tor.

Mit Taia Lehikoinen und Lilly Fiedler wurden zudem zwei Neuzugänge erfolgreich in die Mannschaft integriert. Die Breite der Torschützinnen beim EFC zeigte, dass der MFBC nicht von einzelnen Spielerinnen abhängig ist, sondern seine offensive Qualität auf viele Schultern verteilt. Ist das also der perfekte Mix für den Erfolg?


Internationale Konkurrenz mit Einschränkungen

Ganz ohne Einschränkungen lässt sich die sportliche Aussagekraft des Turniers allerdings nicht bewerten. Nicht alle Nationen aus dem entsprechenden Bereich der Weltrangliste entsandten ihre amtierenden Meisterteams nach Prag. Um das Teilnehmerfeld zu komplettieren und den Wettbewerb durchführen zu können, wurden deshalb unter anderem die Meisterinnen aus Frankreich, den Niederlanden und Spanien nachnominiert.

Für den MFBC bedeutete das insbesondere in der Vorrunde eine klare Favoritenrolle. Dass die Leipzigerinnen dieser Rolle gerecht wurden, spricht dennoch für die Qualität und Konstanz des Teams.

„Wir hätten uns natürlich gern auch mit den anderen Teams gemessen“, erklärt Svenson Hoppe. Gleichzeitig wolle man die Leistungen der angereisten Mannschaften ausdrücklich nicht schmälern. „Ich bin dennoch froh, dass wir dieser Rolle spielerisch und ergebnistechnisch gerecht werden konnten.“

Les Dahuts du Lac

MFBC Leipzig

0:24

MFBC Leipzig

UC Face Off

13:1

CUF Leganés

MFBC Leipzig

0:13

MFBC Leipzig

Olimpia Osowa Gdańsk

3:1

Defensive als Fundament der Leipziger Dominanz

Die Dominanz des MFBC in den vergangenen Jahren sieht Leipzigs Trainer vor allem in einer über Jahre entwickelten gemeinsamen Spielidee begründet.

„Insgesamt haben wir es in den letzten Jahren geschafft, eine gemeinsame Spielidee zu entwickeln, die mit unserer Philosophie sehr gut zum Team und den Spielerinnen passt.“

Das Fundament bildet dabei die Defensive, so Hoppe: „Unser größter Faktor war die Defensive. Wir sind der Überzeugung, dass die Art und Weise, die Leidenschaft und Intensität, mit der wir verteidigen, automatisch Situationen im Training erzwingt, in denen wir offensiv gute Lösungen finden müssen.“

Hinzu kommt die große Breite des Kaders. Sie ermöglicht es dem Trainerteam, auch im Training eine hohe Intensität aufrechtzuerhalten und damit Bedingungen zu schaffen, die möglichst nah an der Belastung eines Pflichtspiels liegen.

Gerade diese Kombination aus einer klaren Spielidee, hoher Trainingsqualität und einem breiten Kader scheint ein wesentlicher Bestandteil der Leipziger Erfolgsserie zu sein. Aus den Ergebnissen in Prag möchte der Leipzigs Trainer allerdings keine direkten Rückschlüsse auf die kommende Saison ziehen. 

Eines ist jedoch klar: Das Leipziger Erfolgsrezept funktioniert auch auf internationaler Bühne und der MFBC schreibt mit dem ersten EFC-Titel eines deutschen Damenteams Geschichte.


Zwischen Spielerrolle und Trainerkarriere 

Auch langfristig geht es dem MFBC nicht ausschließlich um weitere Titel. Der Trainer sieht die Mannschaft auch in einer Vorbildfunktion für die nächste Generation.

„Ich hoffe, dass wir als Team weiter erfolgreich spielen und damit ein Vorbild für jüngere Spielerinnen sein können.“

Der EFC habe gezeigt, dass sich deutsche Teams auch auf internationaler Ebene behaupten können. Diese Erfahrung könne Mut für kommende Aufgaben geben, sowohl national als auch international.

Für Hoppe selbst soll die Reise ebenfalls noch möglichst lange weitergehen. Als Spieler möchte er seine Karriere auf höchstem Niveau fortsetzen. Das Ziel ist dabei bereits ausgemacht: die World Games 2029 in Karlsruhe. Auch die Trainerlaufbahn lässt er offen. Derzeit liege der Fokus zwar auf den Aufgaben in Leipzig, grundsätzlich könne er sich aber auch eine neue Herausforderung, beispielsweise im Ausland, vorstellen.  


Wie geht es international weiter?

Mit dem EFC-Titel hat der MFBC auch international ein Ausrufezeichen gesetzt. Doch könnte der Erfolg gleichzeitig der Startschuss für den nächsten Schritt sein? Ist der Champions Cup bereits ein Thema?

„Tatsächlich hat die IFF angedeutet, dass der EFC-Sieger bei der nächsten Ausgabe des Champions Cup dabei sein könnte. Ich glaube, der aktuelle Modus lässt das nicht wirklich zu, aber wir stehen dazu im engen Austausch mit den Verantwortlichen der IFF.“

Auf nationaler Ebene will sich das Team ohnehin nicht auf dem Erreichten ausruhen. Nach den vergangenen Titelgewinnen dürfte dabei durchaus schon der Blick auf die kommende Saison gerichtet sein und vielleicht auch auf das Triple. 


Ein Hobby Horse als heimlicher Star des Turniers

Bei aller sportlichen Ernsthaftigkeit kam auch der Spaß in Prag nicht zu kurz. Dafür sorgte ein ungewöhnliches Teammitglied: ein Hobby Horse.

Das Pferd hatte die Mannschaft dem Trainerteam nach der ersten gemeinsamen Meisterschaft geschenkt. Nach einer Wette rund um das Double musste das Pferd auch während der EFC-Woche wieder zum Einsatz kommen. Die beiden neuen Spielerinnen mussten eine Kür aufführen und das Hobby Horse anschließend einen Tag betreuen. Eine Trainer-Performance steht allerdings noch aus. „Ich denke, da müssen wir nächste Woche mal liefern, um unser Versprechen zu halten.“

Für Hoppe sind solche gemeinsamen Erlebnisse ein wichtiger Bestandteil einer erfolgreichen Mannschaft: „Solche Wochen sind unglaublich gut für die Teamchemie, da man auch abseits der Spiele sehr viel gemeinsam unternimmt.  Da hätte ich gern noch eine Woche drangehangen.“ 

Nach dem EFC-Triumph dürfte die Stimmung beim MFBC also kaum besser sein. Eine perfekte Voraussetzung für die kommende Saison?


Foto: IFF


Kommentare


bottom of page